Lutter I (Ems-Lutter)

Quelle: am Bahnhof Brackwede
Mündung: bei Harsewinkel in die Ems
Länge: 26,5 km (davon 8,8 km und 30 Brücken in Bielefeld)
Nebenbäche: Trüggelbach (l.), Reiherbach (l.), Welplagebach (r.), Lichtebach/Wöstenbach (r.) u.a.
Bachsystem: Lutter I > Ems

Die Lutter I (Ems-Lutter) entspringt zum Teil oberhalb des Bahnhofs Brackwede, zum Teil unterhalb des Bahnhofs, fließt von dort über 26,5 km überwiegend in südwestlicher Richtung durch Quelle, Ummeln, Isselhorst, Gütersloh-Blankenhagen, Marienfeld und Harsewinkel und mündet bei Harsewinkel in die Ems. Auf Bielefelder Gebiet befinden sich 30 Brücken. – Die Stadt Bielefeld untersucht den Bachlauf auf ihrem Gebiet im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie der EU  und verbessert seine Qualität als Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Oberlauf in Quelle

Lutter-Quellteich am Bahnhof Brackwede (Korff 2015)

 

Lutter-Canyon am Freibad Quelle (Korff 2001)

 

Die Lutterquelle befindet sich nördlich des Bahnhofs Brackwede direkt am Ostwestfalendamm und mündet in einen Stauteich an der Osnabrücker Straße (B 68). Eine weitere Quelle befindet sich südlich der Bahnlinie auf dem Gelände des Schrottplatzes und wird durch ein Rohr auf die Nordseite geleitet. Unterhalb der Bundesstraße, zum Freibad Quelle (Naturbad Brackwede) hin, fließt die junge Lutter durch einen kleinen Canyon. In den Steilwänden brüten zuweilen Eisvögel. Die Lutter umrundet das Freibad und fließt im Queller Grünzug südlich der Marienfelder Straße in westlicher Richtung durch mehrere alte Bleicheteiche, zwischen denen sich ein Erlenbruchwald angesiedelt hat. Sie unterquert die Bahnstrecke des Haller Willem, fließt südlich des Gymnasiums Brackwede durch den Möllerschen Park, einen Privatbesitz, und erreicht nach ca. 3 km Niemöllers Mühle, wo sie im Mühlenteich aufgestaut ist.

Brückchen über die Lutter bei Bielefeld-Quelle
Brückchen in Quelle mit einem Fußweg zur Meraner Straße (Korff 2001)

 

Mühlenteich von Niemöllers Mühle in Bielefeld-Quelle (Lutter)
Beliebter Ausflugsort: der Mühlenteich bei Niemöllers Mühle (Korff 2001)

Mittellauf in Ummeln, Isselhorst, Blankenhagen

Die Lutter verlässt den Mühlenteich von Niemöllers Mühle in westlicher Richtung, durchquert, anfangs tief eingeschnitten, ein Wäldchen und durchfließt ein Regenrückhaltebecken an der Ostseite der Queller Straße, das Umweltamt und Wasserverband als schilfbestandenes Feuchtgebiet gestaltet haben. Sie unterquert die Queller Straße nahe der Kreuzung Brockhagener Straße, und seit 2017 überspannt eine Talbrücke der neuen Autobahn 33 diese Stelle. Die Lutter fließt in einem weiten Bogen durch Weiden hindurch, passiert das Gut Stämme nördlich und erreicht den großen Stauteich an der Umlostraße. Am Teich wird sie zwar vorbeigeführt, aber unter der Umlostraße befindet sich eine rd. 2 m hohe Staustufe, die den natürlichen Flusslauf unterbricht.

Die Lutter fließt von da an begradigt in Richtung Südwesten weiter durch Grünland, passiert die Diakonische Stiftung Ummeln, unterquert die Steinhagener und wenige Meter südwestlich die Brockhagener Straße. In das Straßendreieck eingeschlossen ist ein keiner Stauteich. Südlich der Brockhagener Straße knickt die Lutter nach Süden ab und erreicht rd. 500 m weiter, an der Listerstraße, die ehemaligen Stauteiche der Ravensberger Bleiche. Die ursprüngliche Anlage stammt aus dem 19. Jahrhundert und diente dem Bleichen von Leinen, das die Ravensberger Spinnerei in Bielefeld produziert hatte. 2004 hat das Umweltamt den Aufstau der Lutter beseitigt, die Teiche zu einem „Südsee“ vereinigt und die Ufer als naturnahe Röhricht- und Auenlandschaft gestaltet, um einen Lebensraum für Frösche, Kröten, Molche, Fische und Libellen zu schaffen.

Weiter südwestlich, zwischen Erpestraße und B 61, tritt die Lutter in ehemalige Feuchtwiesen ein, die durch etliche Gräben entwässert werden. Nach rd. 400 m mündet, nahe am Gut Auster, von links der Trüggelbach ein, dessen Unterlauf hier ebenso begradigt ist wie der Lauf der Lutter. Die Lutter knickt an der Einmüdung nach Südwesten ab und durchfließt über gut 1 km das Grünland zwischen Erpestraße/Ummelner Straße und Isselhorster Straße/An der Lutter. Dabei verlässt sie das Bielefelder Stadtgebiet in Richtung Gütersloh, passiert ein Wäldchen mit Fußballplatz (1. FC Isselhorst) und nähert sich der Straße An der Lutter an, die sie dann in südlicher Richtung unterquert. Rd. 200 m weiter südlich mündet von links der Reiherbach ein. Die Lutter durchfließt das Dorfzentrum von Isselhorst, wobei sie die Isselhorster und die Haller Straße unterquert und die ehem. Lutter-Mühle Isselhorst passiert.

Von Isselhorst fließt sie in westlicher Richtung weiter und tangiert den Gütersloher Stadtteil Blankenhagen nördlich. Südlich der Kläranlage unterquert die die Holler Straße, am Baggersee die Brockhagener Straße (GT).

Lutter mit Wiesenbrücke
Wiesenbrücke über die Lutter bei Ummeln (nahe Gut Stämme)

 

Lutter-Stauteich in Bielefeld-Ummeln
Stauteich an der Umlostraße

 

Brücke Listerstraße über die Lutter bei Bielefeld-Ummeln
Brücke der Listerstraße bei Ummeln, nahe der renaturierten ehem. Ravensberger Bleiche
Lutter mit Weidebrücke
Weidebrücke bei Gut Auster (Korff 2001)

 

Trüggelbach an der Mündung in die Lutter
Einmündung des Trüggelbachs bei Gut Auster (Korff 2001)

Unterlauf in Marienfeld und Harsewinkel

Weiter in westlicher Richtung fließend, verzweigt sich die Lutter nördlich der Bauernschaft Oester in den südlich verlaufenden Talgraben und das weiter nördlich verlaufende ursprüngliche Flussbett. Dieses nimmt von rechts den Krullsbach auf, passiert das Heimatmuseum Marienfeld und das Naturschutzgebiet Hühnermoor. Dort wurde die Lutter 2019 über 500 m entgradigt, es wurden nach einer alten Karte von 1837 die ursprünglichen Mäander rekonstruiert, damit dort wieder eine Auenlandschaft entstehen kann (Bericht, Die Glocke 23.8.2019). Rd. 300 m vor dem Ortsrand von Marienfeld nähern sich Lutter und Wöstenbach (der Unterlauf des in Bielefeld-Quelle entspringenden Lichtebachs) auf etwa sechs Meter aneinander an, ohne aber zusammenzufließen. Zwischen den Bächen verläuft ein Wanderweg; ferner findet man dort den Heimatgarten Marienfeld und ein Mahnmal für Flüchtlinge und Vertriebene, die 1946 aus dem Böhmerwald zugewandert sind. Lutter und Talgraben unterqueren den Anton-Bessmann-Ring und die Klosterstraße und finden auf dem Gelände des Klosters Marienfeld wieder zusammen. Genau genommen mündet der Talgraben dort in den Welplagebach ein und dieser, direkt am Mühlenteich des Klosters, von links in die Lutter. Rd. 800 m weiter westlich, am Westrand von Marienfeld, mündet von rechts nun doch noch der Wöstenbach ein.

100 m unterhalb der Einmündung unterquert die Lutter die Bundesstraße 513 zwischen Marienfeld und Harsewinkel, umfließt die Boomberge am nördlichen Waldrand, passiert den Ortskern von Harsewinkel südlich, unterquert die Clarholzer Straße und mündet rd. 1 km südwestlich des Ortskerns, beim Hof Luttermann, in die Ems.

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