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Bielefeld liegt doch am Wasser!

Mäander des Johannisbachs in der Aue unterhalb des Obersees (Foto: Teutoblicke)

Viele Bielefelder* klagen routinemäßig über den fehlenden Fluss und übersehen dabei den enormen Reichtum der Stadt an Bächen. Der Stadtplan verzeichnet über 70 Bäche mit eigenem Namen: Das plätschernde Alphabet geht von der Aa (die gilt sogar als Fluss) über Bohnenbach, Dalke, Elpke, Finkenbach, Gellershagener Bach, Hasbach, Jölle, Krebsbach, Lichtebach, Menkhauser Bach, Oldentruper Bach, Reiherbach, Schlosshofbach, Trüggelbach, Vogelbach und Windwehe bis zum Zechenbach. „Bielefeld liegt doch am Wasser!“ weiterlesen

Schlosshofbach

Der Schlosshofbach (Wikipedia) ist ein 3,3 km langer Bach im Bielefelder Westen, Norden und im Stadtteil Schildesche. Er entspringt in drei Quellbächen in der Nähe des Fußballstadions „Alm“, speist den Schlosshofteich an der Schlosshofstraße und die beiden Meierteiche zwischen Jöllenbecker und Sudbrackstraße, durchfließt den Schlosshofbach-Grünzug, auch Bultkampgrünzug genannt, im Westen von Schildesche und mündet nördlich der Westerfeldstraße beim ehemaligen Schildescher Freibad in den Johannisbach. Er wird von 24 Brücken überquert, womit er unter den Bielefelder Bächen, zusammen mit der Lutter II (Weser-Lutter), den vierten Platz einnimmt. Er hat zwei Nebenbäche: von links fließt der Gellershagener Bach zu, von rechts der Sudbrackbach.

Oberlauf am Schlosshofteich

Die oberste eindeutig bezeichnete Station des Schlosshofbachs ist der Schlosshofteich, ein ehemaliger Mühlenteich an der Schlosshofstraße mit den beiden angrenzenden Lokalen »Bar Celona« und »Anivarza«. Diesem Teich fließen von Süden mindestens drei Quellbäche zu: Einer davon unterquert, aus Richtung Meindersstraße her kommend, verrohrt die Melanchthonstraße (kurz vor ihrer Einmündung in die Schlosshofstraße) und kommt bei dem dortigen Spielplatz ans Tageslicht. Direkt am Nordeingang der „Alm“ befindet sich ein wild zugewachsenes Areal ehemaliger Klärbecken. Das Bächlein durchfließt diese Becken in nordwestlicher Richtung (parallel zur Schlosshofstraße) und mündet in den Schlosshofteich. Ein weiterer Quellbach fließt, vom Polizeipräsidium her kommend, westlich an Max-Planck-Gymnasium und „Alm“ vorbei nach Norden zum Schlosshofteich. Die Senke dieses kaum sichtbaren Bächleins durchfährt man, wenn man mit dem Fahrrad am Max-Planck-Gymnasium vorbei zur Uni fährt. Der dritte Quellbach ist der längste: Er entspringt in einem schmalen Grünzug zwischen Adolf-Reichwein- und Wilhelm-Leuschner-Straße, unterquert die Kurt-Schumacher-Straße und fließt in einem Grünzug parallel zur Graf-von-Stauffenberg-Straße in nordöstlicher Richtung zum Schlosshofteich. Das letzte Stück ist verrohrt und und unterquert unsichtbar die Straße Wickenkamp.

Der Schlosshofbach unterquert vom Teich aus in nördlicher Richtung in in einem ca. 200 m langen Rohr die Schlosshofstraße, die Drögestraße und die Einmündung Am Brodhagen. Dabei passiert er unsichtbar die rot verklinkerte ehemalige Schlosshofmühle (Schlosshofstraße 73), erkennbar noch an einem kleinen Kranausleger im Giebel, über den wohl früher die Mehlsäcke aus dem Speicher auf Wagen herabgelassen wurden. Die kleine Grünanlage am Gartencenter Kowert mit ihrem interessanten Baumbestand (darunter eine große Eiche, die als Naturdenkmal ausgewiesen ist, und mehrere Silberahorne) würde sicher einiges an Attraktivität gewinnen, wenn man den Bachkanal dort wieder öffnen würde. Allerdings ist die Stelle hochwassergefährdet.

Lutter I (Ems-Lutter)

Quelle: am Bahnhof Brackwede
Mündung: bei Harsewinkel
Länge: 26,5 km (30 Brücken in Bielefeld)
Bachsystem: Lutter I > Ems

Die Lutter I (Ems-Lutter) entspringt zum Teil oberhalb des Bahnhofs Brackwede, zum Teil unterhalb des Bahnhofs, fließt von dort über 26,5 km überwiegend in südwestlicher Richtung durch Quelle, Ummeln, Isselhorst, Gütersloh-Blankenhagen, Marienfeld und Harsewinkel und mündet bei Harsewinkel in die Ems. Auf Bielefelder Gebiet befinden sich 30 Brücken. „Lutter I (Ems-Lutter)“ weiterlesen

Gellershagener Bach

Quelle: Stadtteil Wellensiek
Mündung: Schlosshofbach bei Schildesche
Länge: 4,3 km (17 Brücken)
Bachsystem: Schlosshofbach > Johannisbach

Der Gellershagener Bach entspringt im Stadtteil Dornberg-Wellensiek, unterhalb der Wertherstraße am Nordende des Wellensiek-Grünzugs. Er mündet nach 4,3 km in den Schlosshofbach. Die Mündung liegt etwa 200 m östlich der Nobelstraße im Schlosshofbach-Grünzug. Der Schlosshofbach mündet in den Johannisbach, dieser geht in die Aa über, diese mündet in Herford in die Werre, diese bei Bad Oeynhausen in die Weser. „Gellershagener Bach“ weiterlesen