Grippenbach

Grippenbach in Bielefeld

Quelle: an der Duisburger Straße in Höhe Haus 25
Mündung: bei Asholts Hof in den Sunderbach
Länge: 2,2 km (6 Brücken)
Bachsystem: Sunderbach > Trüggelbach > Lutter I (Ems-Lutter)

Der Grippenbach entspringt südlich von Brackwede an der Duisburger Straße gegenüber von Haus 25 (bekannt als Nachtclub). Er fließt in südwestlicher Richtung nördlich parallel zum Trüggelbach, speist den Bockschatzteich (Brackweder See), unterquert die neue Autobahn 33 und mündet bei Asholts Hof in den Sunderbach. Er ist ein teilweise naturnaher Waldbach.

Grippenbach-Mäander an der Winterstraße (Korff 2018)
Im Wald an der Winterstraße (Korff 2018)
Bei Asholts Hof. Durch Straßenbaupläne bedroht! (Korff 2018)
Stauteich bei Asholts Hof (Korff 2018)

Von der Quelle an der Duisburger Straße fließt der Sunderbach rd. 400 m durch den Wald bei Bockschatz Hof in südwestlicher Richtung und mündet in den Bockschatzteich (Brackweder See), der das dortige Naherholungs- und Angelgebiet prägt. Er verlässt den See in südwestlicher Richtung, unterquert nach 200 m die Bahnstrecke Bielefeld-Hamm und fließt westlich derselben weiter über 300 m durch Wald, dabei Mäander ausbildend, die sich tief in den Sandboden eingeschnitten haben. Er unterquert die Winterstraße und die neue Autobahn 33. In dem Wäldchen südlich der Anschlussstelle Bielefeld-Zentrum und nördlich der Siedlung Südwestfeld bildet der Grippenbach als naturnaher Waldbach Mäander aus, hier in westlicher Richtung fließend. Nahe der Einmündung Sunderweg und nördlich des gleichnamigen Hofes unterquert er den Weg Asholts Hof. Gut 100 m weiter westlich knickt er, nun begradigt, nach Nordwesten ab und mündet von links in den dort genau entgegenlaufenden Sunderbach.

Der Name

Der Grippenbach war noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts unter seiner niederdeutschen Bezeichnung „Greipenbach“ bekannt. Unter einer „Greipe“ (bzw. hochdeutsch „Greife“) verstand man eine Art Heugabel. Die sich verzweigenden Quellarme des Baches erinnerten in ihrer Anordnung an die Form einer Heugabel.

Bedroht durch Straßenbaupläne

Der geplante Bau einer Bundesstraße 61 neu (Ortsumgehung Ummeln), also die bis zu sechsspurige Fortsetzung des Ostwestfalendamms nach Südwesten, würde die Bachläufe von Sunderbach und Grippenbach weitgehend zerstören und wohl auch massiv in den Grundwasserkörper eingreifen. Deshalb lehnen die Bielefelder Naturschutzverbände gemeinsam mit einer Bürgerinitiative diese Pläne entschieden ab. Das Landesbüro der Naturschutzverbände begründete seine ablehnende Stellungnahme u.a. so: „Es werden zwei hoch schutzwürdige gesetzlich geschützte Biotope von der B 61n-Trasse überplant, der Biotopkomplex am Grippenbach mit einem naturnahen Bach, Ufergehölzen und einem tot- und altholzreichen Waldbestand (u.a. wichtiges Bruthabitat für Höhlenbrüter wie Grünspecht und Trauerschnäpper als Rote-Liste-Arten) und ein Erlenbruchwald mit Vorkommen des Königsfarnes … und einer wichtigen Bedeutung für Amphibien und Vögel. In beide Biotope wird direkt durch die Flächeninanspruchnahme und indirekt durch Veränderungen des Grundwasserhaushaltes sowie Immissionen erheblich eingegriffen.“

Da die Verkehrsplanung nach unserer Auffassung gegen die Wasserrahmenrichtlinie der EU verstößt, liegt eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof vor (Neue Westfälische 6.9.2019).

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