Die Schönheit der Bielefelder Bäche

Der Videoproduzent Oliver Meyer hat den Bäche- und Bäumepfadfinder Jens Jürgen Korff interviewt – natürlich vor Ort an der Lutter II, am Baderbach und am Mühlenbach. Es geht um Kolke, Mäander und das Puschengrün zwischen den Bielefelder Stadtteilen. Die Interviewvideos sind online auf Oliver Meyers Website inselgestalten.de.

Zehn Bäche rund um Heepen

Viele Bielefelder* klagen über den fehlenden Fluss und übersehen den Reichtum der Stadt an Bächen. Der Stadtplan verzeichnet über 90 Bäche mit eigenem Namen. Zehn davon fließen rund um Heepen. Auf der knapp 20 km langen Fahrrad-Strecke lernen Sie alle diese Bäche kennen:

Diese und andere Exkursionen bieten wir auch als geführte Radtouren an.

Der BUND Bielefeld setzt sich dafür ein, dass die Bäche, wo irgend möglich, wieder mehr Platz für ihre natürliche Entwicklung und Gestaltungskraft bekommen. Wer genauer hinsieht, kann schon heute viel faszinierende, glitzernde und plätschernde Natur im Stadtgebiet entdecken.

Faltblatt mit Route „Zehn Bäche rund um Heepen“ als PDF

Finkenbach

Quelle: unter dem Güterbahnhof
Mündung: am Gustav-Stute-Weg (Heepen) in die Lutter II
Länge: 5,4 km (14 Brücken)
Nebenbäche: Holzbach (r.)
Bachsystem: Lutter II

Öffis: Bus 23 bis Zur Alten Gärtnerei (Oberlauf) | Bus 25 bis Petristraße  oder Böttcherstraße (Heeper Fichten) | Busse 21, 22, 33 bis Heepen, Am Alten Bauhof (Unterlauf)

Der Finkenbach entspringt mit zwei Quellbächen im Industriegebiet am alten Containerbahnhof, fließt von dort in östlicher Richtung, anfangs meist verrohrt. Längs den Straßen Zur Alten Gärtnerei und Am Finkenbach (hinter der Petrikirche) ist er zu sehen, dann wieder in den Heeper Fichten, wo er östlich der Althoffstraße zu Tage tritt. Im Wald bildet er schöne Mäander und fließt weiter ostwärts durchs Grünland zum Heeper Friedhof, den er nördlich umgeht. Er fließt am Gustav-Stute-Weg entlang und bildet kurz vor der Mündung in die Lutter II in einem Erlenbruch wieder sehenswerte Mäander.

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Mühlenbach (Sieker)

Quelle: Osningstraße oberhalb der Selhausenstraße
Mündung: am Heeperholz in den Baderbach
Länge: 6,8 km (21 Brücken)
Nebenbäche: 3 namenlose
Bachsystem: Baderbach > Lutter II
Öffis: Bus 36 bis Sieker, Waldkrug (Tiroler Weg, Teiche Am Weiher) | Stadtbahn 2 bis Sieker (Meyer zu Sieker) | Stadtbahn 3 bis Lutherkirche (Siekerfriedhof) | Bus 369 bis Sieker, Am Wiehagen | Busse 21, 22 bis Westfalen-Kolleg | Bus 29 bis Stieglitzweg (Unterlauf)

Der Mühlenbach entspringt im Teutoburger Wald oberhalb von Sieker, und zwar an der Zufahrt zum Haus Osningstraße 250. Der nordwestlich abfließende Oberlauf bildet den Taleinschnitt, durch den die Osningstraße von Sieker in den Wald hochführt, und durchfließt die Stauteiche Am Weiher. Der Mittellauf fließt überwiegend in nördlicher Richtung ab zur Detmolder Straße, passiert den Hof Meyer zu Sieker und bildet am Siekerfriedhof schöne Mäander, ebenso im Grünzug Am Wiehagen westlich des Großmarkts. Der Unterlauf passiert das Westfalen-Kolleg und den Monte Scherbelino an der Brückenstraße, dann die Siedlung Schlangenstraße und mündet am Heeperholz in den Baderbach, kurz bevor dieser in die Lutter II mündet.

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Baderbach

Quelle: am Löllmannshof in Stieghorst
Mündung: am Nordrand des Heeperholzes in die Lutter II
Länge: 4,8 km (16 Brücken)
Nebenbäche: Gipsbach (l.), Elpke (l.), Mühlenbach (l.)
Bachsystem: Lutter II
Öffis: Stadtbahn 3 bis Stieghorst Zentrum (Oberlauf) | Bus 29 bis Endstation Baderbach (Mittellauf)

Der Baderbach entspringt in Stieghorst knapp oberhalb der Detmolder Straße. Der Oberlauf durchfließt in nördlicher, dann nordwestlicher Richtung den Stieghorster Grünzug, unterquert die Stieghorster Straße in Höhe des Stadtteilzentrums, durchfließt einen Stauteich und nimmt an der Gesamtschule Stieghorst von links den Gipsbach auf. Von der Straße Elpke an nordwärts zur Oldentruper Straße fließend, nimmt er in einem naturnahen Wäldchen von links die Elpke auf. Nördlich der Oldentruper Straße fließt er in nördlicher Richtung weiter durch Wiesen und Wäldchen, die sich zwischen Oststadt und Oldentrup bzw. Heepen erhalten haben. 200 m vor der Mündung in die Lutter II nimmt der Baderbach von links den Mühlenbach auf.

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Lutter II (Weser-Lutter)

Wikipedia
Quelle: beim Bahnhof Brackwede, An den Lutterquellen
Mündung: an der Milser Mühle in Johannisbach/Aa
Länge: 13,0 km (davon 5 km verrohrt; 24 Brücken, 4 Stauteiche)
Nebenbäche: Fußbach (l.), Bohnenbach (r.), Lonnerbach (r.), Baderbach (r.), Finkenbach (l.), Windwehe (r.), Wellbach (l.), Vogelbach (r.), Buschbach (r.)
Flusssystem: Lutter + Johannisbach > Aa > Werre > Weser

Die Lutterquellen in Brackwede flossen ursprünglich alle als Lutter I zur Ems ab. 1452 haben die Bielefelder einen Teil der Quellen künstlich nach Nordosten zum Bohnenbach hin abgeleitet. Seitdem übernimmt die Lutter II in der Bielefelder Innenstadt das ursprüngliche Bachbett des Bohnenbachs. Der Oberlauf durch die Stadt ist seit etwa 1910 auf 5,2 km verrohrt; nur hinter der Kunsthalle ist ein rd. 50 m langer Abschnitt zu sehen. Am Stauteich I in der Oststadt tritt die Lutter zu Tage (Beginn des Mittellaufs), durchquert, in nordöstlicher Richtung in einer begradigten Rinne abfließend, die Stauteiche II und III. Sie nimmt von rechts den Baderbach auf, durchfließt einen naturnahen Abschnitt und erreicht die Mühle bei Meyer zu Heepen, wo sie aufgestaut ist. Sie umfließt Heepen nördlich, nimmt von links den Finkenbach, von rechts die Windwehe auf, wendet sich am Schelphof nach Norden Richtung Baumheide, nimmt am Ortsrand von Baumheide von links den Wellbach auf (damit den größten Teil der Bielefelder Abwässer) und wendet sich wieder nach Nordosten. In Milse nimmt sie von rechts den Vogelbach auf und mündet an der Milser Mühle in den Johannisbach, der hier seinen Namen in Aa ändert.

Die Stadt Bielefeld erhebt jährlich die Daten zur biologischen Gewässergüte und versucht besonders an den berichtspflichtigen Gewässern (darunter der Weser-Lutter), naturnahe dynamische Fließgewässerverläufe wiederherzustellen. Die Maßnahmen der Stadt richten sich u. a. darauf, die Qualität der Bäche als Lebensraum für Pflanzen und Tiere maßgeblich zu verbessern und so den „guten Zustand“ nach EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen.

Der Verein Pro Lutter setzt sich seit 2001 dafür ein, dass Teile der verrohrten Lutter wieder freigelegt werden.

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