Johannisbach und Aa

Quellen: Hoberge-Uerentrup (Dornberger Straße)
Mündung: Herford, Hansabrücke
Länge: 26 km, davon rd. 19 km und 30 Brücken in Bielefeld
Nebenbäche: Paderbach (l.), Twellbach (l.), Krebsbach (l.), Schwarzbach (l.), Schlosshofbach (r.), Moorbach (l.), Jölle (l.), Jeipohlbach (l.), Kerksiekbach (l.), Lutter II (r.), Sieben-Teiche-Bach (l.) u.a.
Flusssystem: J. + Lutter II > Aa > Werre > Weser

Der Johannisbach (Wikipedia) entspringt in zwei Quellen am Teutoburger Wald in Hoberge-Uerentrup, rund 500 m nordwestlich des Tierparks Olderdissen. In Milse vereinigt er sich mit der Lutter II zum Fluss Aa. Dieser mündet in Herford in die Werre. –

Der Oberlauf des Johannisbaches fließt zunächst in nördlicher Richtung durch Hoberge-Uerentrup, nimmt von links Twellbach und Krebsbach auf und wendet sich in Dornberg ostwärts. Am Freibad Dornberg (Wertherstraße) beginnt der Mittellauf, der die nördlichen Stadtteile Bielefelds in West-Ost-Richtung umfließt. In Babenhausen passiert er Grundschule und Andreaskirche, unterquert die Babenhauser Straße und nimmt südlich von Theesen den von links zufießenden Schwarzbach auf, der erst kurz vor der Mündung den von Norden kommenden Beckendorfer Mühlenbach aufgenommen hat. Der dadurch stark vergrößerte Johannisbach fließt südlich an Theesen vorbei, nimmt am Ortsrand von Schildesche von rechts den Schlosshofbach auf und 300 m weiter östlich den von Norden kommenden Moorbach. Er durchquert den nördlichen Teil Schildesches, ist an der Stiftsmühle aufgestaut, passiert die Rudolf-Steiner-Schule und mündet östlich der Engerschen Straße in den Obersee; seit 2009 wird er am Nordufer des Sees separat herumgeführt und nimmt dort von links die Jölle auf. Unter dem Schildescher Viadukt beginnt der Unterlauf, der durch die Johannisbachaue ostwärts Richtung Milse fließt. Kurz vor der Herforder Straße verzweigt er sich in zwei Arme, die beide die Herforder Straße unterqueren. Der südliche Arm treibt die Milser Mühle an. Hinter der Mühlenstaustufe nimmt er von rechts die Lutter II auf. Der nördliche Arm nimmt direkt an der Herforder Straße von links den Kerksiekbach auf mündet neben der Straße Am Flottgraben in den anderen Arm. An dieser Stelle ändert sich der Name: aus dem Johannisbach wird der Fluss Aa. Die Aa fließt östlich an Brake vorbei, nimmt von links den Sieben-Teiche-Bach auf und verlässt das Bielefelder Stadtgebiet Richtung Herford. Sie durchfließt die Herforder Altstadt und mündet westlich der Hansabrücke in die Werre, 8,6 km unterhalb des Zusammenflusses von Johannisbach und Lutter.

Oberlauf in Hoberge-Uerentrup

Johannisbachquelle unterhalb der Dornberger Straße in Hoberge (Korff 2015)
Quellbach des Johannisbachs in Hoberge-Uerentrup (Korff 2015)
Naturschutzgebiet Oberes Johannisbachtal in Hoberge-Uerentrup (Korff 2015)
Naturnaher Bachlauf in Hoberge-Uerentrup (Korff 2015)
Johannisbachaue am Poetenweg in Hoberge-Uerentrup mit Hofeichen (Korff 2015)

Eine der beiden Quellen liegt wenige Meter unterhalb der Dornberger Straße (stadtauswärts rechter Hand), 50 m vor dem Obst-Arboretum Olderdissen. Der Quellbach fließt rund 200 m nach Norden, dann mündet von rechts ein weiterer Quellbach ein, der im Wald, näher an Olderdissen, entspringt. Der Oberlauf wendet sich in nordwestliche Richtung, durchfließt zwei kleine Stauteiche und hält sich auf der Westseite der Straße Am Bökenkampshof. In einem recht naturnah gebliebenen Tal, in dem wieder ein Auwald heranwächst, zwischen den Straßen Am Bökenkampshof/Poetenweg und Am Hasskamp und zwei Eggen des Teutoburger Waldes, durchfließt der Johannisbach Hoberge-Uerentrup in nordwestlicher Richtung. Er unterquert die Straße Am Rehhagen und tritt in das Naturschutzgebiet „Oberes Johannisbachtal mit Nebentälern“ ein. Er unterquert die Straße Am Linkberg. Rd. 200 m weiter nordöstlich fließt von links der kleine Paderbach zu, der im Sommer meist kein Wasser führt. Der Johannisbach unterquert den Poetenweg, wo er ein kurzes Stück lang verrohrt ist. Hier mündet von links der Twellbach ein, dessen Mündungsbereich als Feuchtgebiet und Regenrückhaltebecken gestaltet ist. Der Johannisbach passiert die Siedlung Twellbachtal östlich und nimmt von links den Krebsbach auf, der kurz vor der Mündung die Straße Twellbachtal unterquert. Hier wendet sich der Johannisbach nach Nordosten, verlässt den Teutoburger Wald und unterquert nach rd. 300 m die Wertherstraße, kurz hinter der traditionsreichen Gaststätte Pappelkrug. Er passiert das kleine Freibad Dornberg (am Forellenweg) und tritt in die Landschaft der Ravensberger Mulde ein.

Mittellauf in Dornberg, Babenhausen, Theesen, Schildesche

Johannisbach bei der Grundschule Babenhausen (Korff 2017)
Weide in Babenhausen mit Mündung des Schwarzbachs (links) in den Johannisbach (rechts)
Johannisbach vor Einmündung des Schwarzbachs (Korff 2015)
Johannisbach nach Einmündung des Schwarzbachs (Korff 2015)
Johannisbach-Mäander in einer Viehweide beim Köckerhof (Korff 2015)
Johannisbach-Umflut an der Stiftsmühle in Schildesche (Korff 2015)
Altes Wehr der Stiftsmühle in Schildesche (Korff 2015)
Johannisbach-Umflut am Obersee (Korff 2015)
Blick über den Obersee nach Schildesche (Korff 2015)

Unterhalb des Freibads Dornberg beginnt das Naturschutzgebiet „Mittleres Johannisbachtal“. Am Wittlersweg passiert der Bach einen Stauteich. Nach rd. 300 m unterquert er die Bavostraße und fließt parallel zu dieser weiter in nordöstlicher Richtung nach Babenhausen. Dort passiert er die Grundschule und die Andreaskirche und unterquert zwischen dem Restaurant Lindos und der früheren Gaststätte Dönekes die Babenhauser Straße. Parallel zum Gärtnerweg fließt er in die Mühlenmasch, eine feuchte Weidelandschaft, in die Johannisbach und Schwarzbach teilweise tiefe Mäander eingeschnitten haben. Hier mündet, mitten in einer weitläufigen Viehweide mit alten Weiden, von links der Schwarzbach ein, der kurz vor der Mündung den von Norden her zufließenden Beckendorfer Mühlenbach aufgenommen hat. Die Viehweide gehört zum Köckerhof, den der Johannisbach südlich passiert. Der Bach bildete hier von 1810 bis 1813 die Grenze zwischen Frankreich und dem Königreich Westfalen – nachdem Kaiser Napoleon I. ganz Norddeutschland annektiert hatte, um Großbritannien vom europäischen Kontinent abzuschneiden. Am Hof Meyer zur Müdehorst (Schröttinghauser Straße) erinnert eine Tafel an diese historische Episode.

Der Johannisbach unterquert die alte und die neue Jöllenbecker Straße. Zwischen den beiden Straßen liegt eine Feuchtwiese mit Blänken (Nassstellen), die vom Verein Ravensberger LichtLandschaften gepflegt wird, um die typische Flora und Fauna dieses Lebensraums wieder anzusiedeln. Rd. 400 m weiter östlich unterquert der Johannisbach den Horstheider Weg und fließt dann parallel zur Straße Am Johannisbach weiter, um rechts den von Süden her kommenden Schlosshofbach aufzunehmen. Im Mündungsgebiet befand sich von 1914 bis 1996 das Freibad Schildesche <dazu joachim-wibbing.de (PDF)>. Der Johannisbach unterquert die Theesener Straße in Schildesche und 200 m weiter östlich die frühere Trasse der Kleinbahn Bielefeld-Schildesche-Theesen-Jöllenbeck-Enger, von der hier noch eine elegante Bogenbrücke übrig geblieben ist. Rd. 200 m unterhalb der Straße Erdsiek mündet von links der Moorbach ein. Der Johannisbach wendet sich in einer Rechtskurve wieder Schildesche zu und erreicht die Stiftsmühle, wo er aufgestaut ist. Seit 2013 können Fische und Krebse dieses Hindernis wieder passieren, da das Umweltamt eine Umflut bauen ließ (NW-Bericht 30.1.2013).

Auf seinem weiteren Weg nach Osten passiert der Johannisbach die 1976 errichtete Rudolf-Steiner-Schule und unterquert die Engersche Straße. An der Brücke (stadtauswärts rechts) steht die größte noch erhaltene Ulme Bielefelds, eine Flatterulme. 200 m weiter östlich beginnt der 20 ha große Obersee, der 1977-82 als Stausee des Johannisbachs entstanden ist. Das Stauwehr befindet sich rd. 900 m weiter östlich, direkt unterhalb des Schildescher Eisenbahnviadukts. Seit 2009 wird der Johannisbach am Nordufer des Obersees durch einen Damm vom See abgetrennt, um zu verhindern, dass sich der See immer wieder mit Sedimenten und Düngestoffen füllt, und damit Fische, Krebse usw. die Sperre passieren können. Von links (Norden) mündet die Jölle in den separierten Johannisbach ein.

Unterlauf des Johannisbachs in Schildesche und Milse (Johannisbachaue)

Mäander in der Johannisbachaue nahe Meyer zu Jerrendorf (Foto: Korff)
Johannisbachaue bei Meyer zu Jerrendorf (Foto: Korff 2015)
Johannisbachaue mit Heckrindern, Feuchtwiese und Blänke. Blick auf Baumheide (Korff 2015)
Johannisbach: nördlicher Arm (links) mit Mündung des Kerksiekbachs (rechts), von der Herforder Straße aus (Korff 2015)

Unterhalb des Obersees tritt der Johannisbach in die Johannisbachaue ein, die als Grünlandfläche zwischen Schildesche, Brake und Baumheide liegt. Für den Schutz dieses einmaligen Naturraums setzen sich die Bielefelder Naturschutzverbände ein. Auf rd. 500 m bis zum Hof Meyer zu Jerrendorf hat sich der natürliche Bachlauf mit großen Mäandern erhalten. Seit 2009 wird das umgebende Grünland extensiv bewirtschaftet und von Heckrindern beweidet. Dadurch hat sich die Artenvielfalt bereits deutlich erhöht; seit 2016 brüten auch Weißstörche dort. Unterhalb des Jerrendorfwegs ist der Johannisbach seit dem 19. Jahrhundert begradigt und fließt in nordöstlicher Richtung auf Milse zu. Auf halber Strecke mündet von links der Jeipohlbach ein. Rd. 200 m westlich der Herforder Straße verzweigt sich der Johannisbach in zwei Arme. Der wasserreichere südliche Arm knickt nach Süden ab, unterquert die Herforder Straße rd. 150 m nordöstlich des Milser Krugs, wendet sich nach Osten und speist die Milser Mühle an der Mehlstraße, wo er aufgestaut ist. Seit 2015 umgeht eine Fischtreppe diese Staustufe, um den Bach für Fische wieder durchgängig zu machen. Die Lutter II unterquert die Mehlstraße an gleicher Stelle, passiert die Mühle und vereinigt sich rd. 200 m weiter nordöstlich an der Straße Am Flottgraben mit dem Johannisbach. Der nördliche Seitenarm des Johannisbachs nimmt direkt an der Nordseite der Herforder Straße den Kerksiekbach auf, unterquert die Herforder Straße 100 m vor der Kreuzung Grafenheider Straße/Meerwiese und fließt rd. 400 m weiter östlich mit dem anderen Arm und der Lutter zusammen. Von dieser Stelle an gilt das Gewässer als Fluss und trägt den Namen Aa.

Aa in Brake und Herford

Die Aa in der Herforder Altstadt (Blick von der Herthabrücke, Korff 2019)
Mündung der Aa (rechts) in die Werre (links), in Herford (Korff 2008)

Die Aa fließt in nördlicher Richtung ab, östlich an Brake vorbei durch eine landwirtschaftlich genutzte Auenlandschaft. Südöstlich der Stichstraße An der Aa fließt von links der Sieben-Teiche-Bach zu. Die Aa unterquert die Elsener Straße und bildet von hier an die Stadtgrenze zwischen Bielefeld-Brake und Herford-Elverdissen. Rd. 500 m weiter nördlich verlässt sie endgültig das Bielefelder Stadtgebiet Richtung Herford. 8,6 km unterhalb des Zusammenflusses von Johannisbach und Lutter mündet die Aa an der Hansabrücke in Herford in die Werre. Zuvor nimmt sie noch vier Bäche auf (Mühlenbach, Schachtsiekbach, Kinsbeke, Flachsbach), passiert den Aawiesenpark, durchquert die Herforder Altstadt und passiert das Museum Marta. Sie bildet die Grenze zwischen Radewiger Feldmark und Altstädter Feldmark sowie zwischen Radewig und Altstadt.

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